Was wäre, wenn wir einen Prozessschritt in der Produktion automatisieren? Was wäre, wenn wir doppelt so viele Mitarbeiter für den Transport einsetzen? Was wäre, wenn …? Diese Szenarien lassen sich durch Business Process Simulation in einer virtuellen Umgebung austesten, um zu einer klaren Entscheidung zu kommen. Für eine verlässliche und fundierte Prozesssimulation ist die Datenlage entscheidend. Hier kommt das Process Mining ins Spiel. Beide Disziplinen vereint – Process Mining und Business Process Simulation – erlauben eine erleichterte Entscheidungsfindung und zielgerichtete Verbesserungen in Geschäftsprozessen. Aber jetzt eines nach dem anderen: Was ist Business Process Simulation und was ist Process Mining?

Business Process Simulation

Unter Business Process Simulation (BPS) versteht man die Nachahmung des Verhaltens von Geschäftsprozessen innerhalb einer virtuellen Umgebung. Die realen Prozesse werden durch ein Simulationsmodell, einen Digitalen Zwilling, abgebildet. Mithilfe dieser Simulation können Unternehmen verschiedene Szenarien testen und visualisieren, um zu sehen, wie sich Änderungen auf die Effizienz, Ressourcennutzung oder andere Leistungskennzahlen auswirken, bevor sie in der Realität umgesetzt werden.

In der Vergangenheit wurden die Simulationsmodelle der BPS manuell mithilfe von aufwändigen Prozessdokumentationen, Stoppuhren und Experteninterviews erstellt. Das Problem dabei sind die vielen subjektiven Einflüsse, die zu einer Prozessverzerrung führen. Zudem kann diese manuelle Methode keine komplexeren Prozesse erfassen, die sich in der Realität über verschiedenste Abteilungen, Systeme und Standorte hinweg abspielen.

Je realitätsnäher die Prozesssimulation ist, desto wertvoller ist sie. BPS wird daher inzwischen gerne mit der Technologie des Process Minings kombiniert, die den Ist-Zustand von Geschäftsprozessen datenbasiert und objektiv analysiert. Das Process Mining schafft so die notwendige Datengrundlage für die Geschäftsprozesssimulation.

Process Mining

Das Process Mining ist eine Technologie zur systematischen Analyse und Auswertung von Geschäftsprozessen mit dem Ziel, Verbesserungspotenziale aufzudecken und in Maßnahmen umzusetzen. Anstatt Prozessdaten manuell zu erfassen, werden sie mittels sogenannter Ereignisprotokolle (engl. event logs) aus IT-Systemen extrahiert. Die Datengrundlage ist somit objektiv und umfassend, da alle Prozesse, die durch verschiedenste Programme und Systeme laufen, einbezogen werden.

Das Process Mining ist in der Lage den Digitalen Zwilling, sprich die virtuelle Kopie der realen Geschäftsprozesse, einer Organisation zu erstellen. Durch Visualisierungen und Kennzahlen bietet Process Mining die Möglichkeit, die tatsächlichen Prozesse zu entdecken, Abweichungen von Soll- Prozessen zu erkennen und Ineffizienzen und Verschwendung zu identifizieren. Durch die Erkenntnisse dieser Analysen können zielgerichtet Verbesserungen an Prozessen vorgenommen werden, um die Effizienz zu steigern und Ressourcen einzusparen.

Was ist der Unterschied zwischen Process Mining und BPS?

Process Mining hat in der Regel eine rückwärtsgerichtete Perspektive, da historische Daten aus den IT-Systemen gezogen werden, um so die gegenwärtigen Ist-Prozesse zu verstehen. Das Ziel ist es, Ineffizienzen und Optimierungspotenziale aufzudecken.

Business Process Simulation dagegen hat eine zukunftsorientierte Perspektive, da auf Basis der Ist-Prozesse unterschiedliche Zukunftsszenarien und deren Auswirkungen simuliert werden. Das Ziel dieser „Was-wäre-wenn-Szenarien“ ist es, einfacher und sicherer Entscheidungen zu treffen.

Wie funktionieren Process Mining und BPS zusammen?

Beide Disziplinen fügen sich wie zwei Puzzleteile ineinander und ergänzen sich. Das Process Mining als Gerüst bietet die Datengrundlage und kreiert einen Digitalen Zwilling. Durch verschiedene Analysen können so Optimierungspotenziale in Geschäftsprozessen identifiziert werden. An dieser Stelle setzt Business Process Simulation an und simuliert und testet, wie sich diese möglichen Änderungen auf die Kennzahlen der Geschäftsprozesse auswirken.

Die Geschäftsprozesssimulation ergänzt das Process Mining somit um die zukunftsorientierte Perspektive, die es Unternehmen ermöglicht, verschiedene Szenarien zu modellieren, zu testen und zu validieren, die auf den durch das Process Mining ermittelten realen Erkenntnissen basieren.

Was wäre, wenn Sie die Zukunft vorhersagen könnten?

„Was wäre, wenn“ Sie wüssten, wie sich Änderungen an Prozessen durch äußere Einflüsse oder Anpassungen auf den Output auswirken? Sie wären in der Lage, proaktiv handeln und verschiedene Szenarien und Ausprägungen durchspielen zu können. Ein digitaler Assistent würde alle Kombinationen durchrechnen und Ihnen die Antwort auf Ihre „Was-wäre-wenn-Fragen“ liefern. Zu schön, um wahr zu sein? Zum Glück nicht!

In unserem Webinar am 25. Januar 2024 erfahren Sie, wie mpmX in Kombination mit der Business Process Simulation Plattform von Silico ermöglicht, Zukunftsszenarien zu modellieren und deren Auswirkungen auf Prozessmetriken vorherzusagen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme! Hier gehts zur WEBINAR-ANMELDUNG.